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Website Relaunch: Warum WordPress zum Problem wird

Jamin Mahmood-Wiebe

Jamin Mahmood-Wiebe

Moderne Website-Architektur mit Next.js als WordPress-Alternative
Artikel

Es beginnt schleichend. Ein Plugin-Update bricht das Kontaktformular. Die Ladezeit kriecht über 4 Sekunden. Ein Sicherheits-Patch verlangt PHP 8.2, aber das Hosting unterstützt nur 7.4. WordPress war einmal die richtige Entscheidung — bis das Unternehmen schneller wächst als die Website mithalten kann.

Genau das erlebte Wilk, ein etabliertes Druck- und Verpackungsunternehmen. Ihre WordPress-Seite war technisch veraltet, visuell nicht mehr zeitgemäß und konnte Produktdaten aus dem ERP-System nicht automatisiert darstellen. Die manuelle Pflege von über 100 Produkten kostete wöchentlich Arbeitsstunden, die besser in das Kerngeschäft geflossen wären.

Dieser Artikel zeigt, warum WordPress für wachsende B2B-Unternehmen zur Sackgasse wird — und wie ein moderner Tech-Stack diese Probleme dauerhaft löst.

Das WordPress-Dilemma: Warum Unternehmen an Grenzen stoßen

WordPress dominiert das Web mit über 40% Marktanteil. Für Blogs und kleine Unternehmensseiten ist es nach wie vor eine solide Wahl. Doch sobald Anforderungen wachsen — ERP-Anbindung, Produktkataloge, Performance-Ziele, Barrierefreiheit — zeigt sich, warum 43% der WordPress-Seiten auf veralteten Versionen laufen.

Sicherheit: Ein Wettlauf ohne Ziellinie

Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden über 6.700 neue WordPress-Sicherheitslücken gemeldet — ein Anstieg von 34% gegenüber dem Vorjahr. Die Ursache liegt selten im WordPress-Kern selbst, sondern in der Plugin-Landschaft: 92% aller erfolgreichen Angriffe nutzen Schwachstellen in Plugins oder Themes.

Für Unternehmen bedeutet das: Jedes installierte Plugin ist ein potenzielles Einfallstor. Und die Alternative — auf Plugins verzichten — schränkt die Funktionalität so stark ein, dass WordPress seinen größten Vorteil verliert.

Performance: Tod durch tausend Plugins

Eine typische Unternehmens-WordPress-Seite lädt 15-30 Plugins. Jedes Plugin fügt HTTP-Requests, JavaScript-Dateien und Datenbankabfragen hinzu. Das Ergebnis: Ladezeiten, die Google abstrafen und Besucher vertreiben.

6.700+Neue WordPress-Sicherheitslücken in H1 2025
92%Angriffe über Plugin-Schwachstellen
65%Technische Fehler durch Plugin-Konflikte

Wartungskosten: Der versteckte Preistreiber

WordPress ist kostenlos — die Wartung nicht. Professionelle Wartungsverträge kosten 59-249 EUR monatlich. Dazu kommen Premium-Plugins (oft 50-200 EUR/Jahr pro Plugin), Hosting-Upgrades bei Wachstum und Agentur-Stunden für Updates, die schiefgehen. Über drei Jahre summiert sich das auf einen Betrag, der einen kompletten Relaunch finanzieren könnte.

Der Wilk Case: Von WordPress zu Next.js

Wilk entschied sich für einen radikalen Schnitt: Statt die bestehende WordPress-Seite zu flicken, wurde der gesamte Webauftritt auf einer modernen Architektur neu aufgebaut.

Die Anforderungen

  • Über 100 Produkte automatisiert aus dem ERP-System synchronisieren
  • Premium-Optik mit Animationen, die zur Markenqualität passen
  • Redaktionelle Inhalte ohne Entwickler pflegbar
  • DSGVO-konform mit granularer Cookie-Verwaltung
  • Dauerhaft wartungsarm und zukunftssicher

Die technische Lösung

Der neue Stack: Next.js als Frontend-Framework, Sanity CMS als Headless Content-Management-System und eine Python-Middleware für die ERP-Anbindung. Gehostet auf Vercel mit Edge-Delivery für minimale Ladezeiten weltweit.

Warum Next.js statt WordPress?

Next.js generiert HTML zur Build-Zeit (Static Site Generation) oder on-demand (Incremental Static Regeneration). Das Ergebnis sind vorgerenderte Seiten, die direkt vom CDN ausgeliefert werden — ohne PHP-Prozesse, ohne Datenbankabfragen, ohne Plugin-Overhead. Die Ladezeit einer typischen Unternehmensseite sinkt von 3-5 Sekunden auf unter 1 Sekunde.

Dazu kommt React Server Components: Nur 8 von über 45 Komponenten im Wilk-Projekt benötigen clientseitiges JavaScript. Der Rest wird komplett auf dem Server gerendert und als HTML ausgeliefert. Weniger JavaScript bedeutet schnellere Interaktivität — besonders auf mobilen Geräten.

Warum Sanity CMS statt WordPress-Backend?

Sanity ist ein Headless CMS, das Inhalte als strukturierte Daten verwaltet — nicht als HTML-Blobs in einer MySQL-Datenbank. Das Wilk-Team pflegt Inhalte über ein eingebettetes Sanity Studio direkt auf der Website mit 18+ wiederverwendbaren Content-Blöcken und Drag-and-Drop-Aufbau.

Der entscheidende Vorteil: Inhalte und Darstellung sind getrennt. Ein Redesign erfordert keine Content-Migration. Eine neue Seite entsteht durch Zusammenklicken von Blöcken, nicht durch Plugin-Installation.

ERP-Integration: Produktdaten automatisiert synchronisieren

Das Feature, das für Wilk den größten Unterschied macht, ist unsichtbar für Besucher: die automatisierte ERP-Produktsynchronisation.

Wie die Sync-Pipeline funktioniert

Eine Python-basierte Middleware wird täglich um 03:00 Uhr über GitHub Actions ausgelöst:

  1. Produkte abrufen — Paginierte API-Abfrage an das ERP-System
  2. Varianten gruppieren — Produkte mit gleichem Namen werden zu Familien zusammengeführt
  3. Änderungen erkennen — SHA-256-Hashes vergleichen den aktuellen mit dem gespeicherten Zustand
  4. Selektiv aktualisieren — Nur geänderte Produkte werden in Sanity geschrieben
  5. Enrichment schützen — Marketingtexte und zusätzliche Bilder bleiben bei jedem Sync erhalten
  6. Website aktualisieren — Webhook triggert ISR-Rebuild der betroffenen Seiten

Das Ergebnis: Null manuelle Datenpflege. Wenn ein Produkt im ERP aktualisiert wird, erscheint die Änderung spätestens am nächsten Morgen auf der Website.

Warum dieses Muster für andere Unternehmen relevant ist

Die ERP-zu-Website-Brücke ist kein Wilk-spezifisches Feature — sie ist ein Architekturmuster, das jedes produzierende Unternehmen mit ERP-System adaptieren kann. Die Voraussetzungen:

  • Ein ERP-System mit API-Zugang (REST oder SOAP)
  • Ein Headless CMS als Datenschicht zwischen ERP und Website
  • Eine Sync-Logik, die Enrichment-Daten schützt

Ob Maschinenbauer, Lebensmittelproduzent oder Druckerei: Wer Produktdaten manuell zwischen Systemen synchronisiert, verschwendet Ressourcen, die eine automatisierte Pipeline in Stunden amortisiert.

Micro-Interactions: Warum Animationen mehr als Dekoration sind

Ein häufiges Missverständnis: Animationen sind nice-to-have. Tatsächlich beeinflussen sie messbar die Nutzererfahrung und Conversion-Rate. Für die Wilk-Website haben wir ein komplett CSS-basiertes Animations-System entwickelt — ohne Framer Motion oder andere schwere Bibliotheken.

WilkSquares: Markenidentität in Bewegung

Die WilkSquares-Animation übersetzt das Markenzeichen in interaktive Bewegung: Zwei Quadrate in Rot und Schwarz, die sich magnetisch anziehen, überlagern und pulsieren. Eine einzelne Komponente mit 6 Varianten, 4 Größen und 3 Geschwindigkeiten — eingesetzt als Preloader, Hover-Effekt und Section-Reveal.

Magnetischer CTA-Button

Call-to-Action-Buttons folgen dem Mauszeiger mit einem subtilen magnetischen Effekt. Die Berechnung nutzt die Mausposition relativ zum Button und wendet ein physikbasiertes Easing an. Das Ergebnis: Ein organisches Gefühl, das zum Klicken einlädt, ohne aufdringlich zu wirken.

Performance-bewusste Animation

Alle Animationen laufen über CSS-Keyframes und animation-timeline — GPU-beschleunigt und ohne JavaScript-Thread-Blockierung. Auf Geräten mit prefers-reduced-motion werden Animationen automatisch deaktiviert. Auf Touch-Geräten wird Parallax deaktiviert, um die Scroll-Performance zu schützen.

💡

Praxis-Tipp: CSS vs. JavaScript-Animationen

CSS-Animationen sind nicht nur performanter als JavaScript-basierte Bibliotheken — sie reduzieren auch die Bundle-Größe erheblich. Die WilkSquares-Animation mit 288 möglichen Konfigurationen wiegt nur 12,5 KB als CSS-Datei. Eine vergleichbare Framer-Motion-Implementation würde 20-40 KB JavaScript zum Bundle addieren.

Kostenvergleich: WordPress vs. Next.js — ehrlich betrachtet

Die häufigste Frage bei einem Relaunch: Lohnt sich die Investition? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.

WordPress ist nicht teuer im Betrieb. Managed Hosting kostet 20-50 EUR/Monat, Premium-Plugins 200-500 EUR/Jahr, und viele Unternehmen kommen ohne externen Wartungsvertrag aus. Die laufenden Kosten einer gepflegten WordPress-Seite liegen bei 1.000-2.500 EUR pro Jahr — das ist fair.

Das Problem liegt woanders: Nicht in den Hosting-Kosten, sondern in den versteckten Zeitkosten. Plugin-Updates, die getestet werden müssen. Sicherheits-Patches, die Kompatibilitätsprobleme verursachen. Funktionen, die ein weiteres Plugin erfordern, das wiederum andere Plugins beeinflusst. Diese Kosten tauchen in keiner Rechnung auf, aber sie binden internes Personal.

Next.js ist nicht kostenlos im Betrieb. Vercel Hosting (Pro) kostet ~20 USD/Monat, Sanity kann im Growth-Tier 99 USD/Monat kosten, und für Updates braucht man einen Entwickler statt eines Page-Builders. Die laufenden Kosten liegen bei 500-2.000 EUR pro Jahr — ähnlich wie WordPress.

Der echte Unterschied ist die initiale Investition. Ein Next.js-Projekt kostet in der Erstellung deutlich mehr als ein WordPress-Theme-Setup. Dieser Mehraufwand lohnt sich, wenn die Website mehr leisten muss als Content darzustellen — etwa ERP-Daten synchronisieren, individuelle Interaktionen bieten oder als Plattform für zukünftige Features dienen soll.

Kurz: WordPress ist die günstigere Wahl für einfache Websites. Next.js ist die bessere Investition, wenn Anforderungen über Standard-CMS-Funktionen hinausgehen.

WordPress vs. Next.js im direkten Vergleich

KriteriumWordPressNext.js + Headless CMSVorteil
Initiale Kosten2.000-8.000 EUR8.000-25.000 EURWordPress
Laufende Kosten/Jahr1.000-2.500 EUR500-2.000 EURNext.js
Ladezeit (TTFB)800-2.000 ms50-200 msNext.js
Lighthouse Performance40-7095-100Next.js
Sicherheitslücken/Jahr6.700+ (Plugin-basiert)Minimal (kein PHP)Next.js
ERP/API-IntegrationÜber Plugins, oft instabilNative REST/GraphQLNext.js
Content-PflegeVisueller Editor, sofortHeadless CMS, strukturiertGleichwertig
Plugin-Abhängigkeit15-30 Plugins typischKeineNext.js
Hosting-FlexibilitätShared/Managed HostingEdge CDN (Vercel, Netlify)Next.js
Beste Wahl fürBlogs, einfache SeitenWachsende Unternehmen mit Systemanbindung

Daten basierend auf IJONIS-Projekterfahrung und Branchenbenchmarks 2025/2026.

Wann ein WordPress-Relaunch sinnvoll ist — und wann nicht

Ein Relaunch ist nicht immer die richtige Antwort. WordPress bleibt eine gute Wahl für:

  • Blogs und Content-Portale, die primär Text veröffentlichen
  • Kleine Unternehmensseiten ohne komplexe Datenanbindung
  • Teams ohne technisches Know-how, die auf das WordPress-Ökosystem angewiesen sind

Ein Relaunch auf moderne Technologie wird relevant, wenn:

  • ERP- oder PIM-Systeme angebunden werden müssen
  • Performance ein Ranking-Faktor ist (Core Web Vitals)
  • Sicherheitsanforderungen über Plugin-Updates hinausgehen
  • Das Design sich von Template-Optik abheben muss
  • Langfristige Wartungskosten den initialen Relaunch übersteigen

ERP- und CRM-Integration nach dem Relaunch

Ein moderner Website-Relaunch öffnet die Tür für nahtlose ERP- und CRM-Integration. Next.js-basierte Websites kommunizieren über REST- und GraphQL-APIs direkt mit SAP, Salesforce oder HubSpot — ohne die Plugin-Abhängigkeiten von WordPress. Bei IJONIS in Hamburg haben wir diese Architektur für Wilk mit automatisierter ERP-Synchronisation umgesetzt.

Nach dem Relaunch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für Automatisierung und Kundenportale. Statt isolierter Systeme entsteht eine vernetzte Infrastruktur, in der Produktdaten, Kundendaten und Marketing-Workflows nahtlos zusammenspielen. Unternehmen in Hamburg und deutschlandweit profitieren von dieser Architektur, weil sie interne Prozesse beschleunigt und Mitarbeitende von manueller Datenpflege entlastet.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Website-Relaunch von WordPress zu Next.js?

Ein professioneller Relaunch von WordPress zu Next.js kostet typischerweise zwischen 8.000 und 25.000 EUR, abhängig von Funktionsumfang und Systemintegration. Bei IJONIS amortisiert sich die Investition durch reduzierte Wartungskosten und eingesparte manuelle Datenpflege in der Regel innerhalb von 12-18 Monaten.

Wie lange dauert eine WordPress-Migration zu Next.js?

Die Migration dauert typischerweise 6-12 Wochen von Konzept bis Go-Live. Bei IJONIS in Hamburg planen wir 2 Wochen für Konzeption, 4-6 Wochen für Entwicklung und 2 Wochen für Testing und Launch. Bestehende Inhalte werden automatisiert migriert, sodass kein manuelles Kopieren nötig ist.

Verliere ich mein Google-Ranking beim Website-Relaunch?

Nein — bei korrekter Umsetzung bleiben Google-Rankings erhalten oder verbessern sich sogar. Der Schlüssel liegt in 301-Redirects für alle bestehenden URLs, einer sauberen XML-Sitemap und der Beibehaltung der Content-Struktur. Die deutlich bessere Ladezeit nach dem Relaunch wirkt sich in der Regel positiv auf Core Web Vitals und damit auf das Ranking aus.

Welche Alternative zu WordPress eignet sich für B2B-Unternehmen?

Für B2B-Unternehmen mit ERP-Anbindung und Performance-Anforderungen empfiehlt IJONIS die Kombination aus Next.js als Frontend-Framework und einem Headless CMS wie Sanity oder Strapi. Diese Architektur ermöglicht native API-Integration, Lighthouse-Scores über 95 und langfristig niedrigere Wartungskosten als WordPress.

Kann ich meine WordPress-Inhalte in Next.js übernehmen?

Ja, alle bestehenden Inhalte lassen sich automatisiert in ein Headless CMS migrieren. Texte, Bilder und Metadaten werden per Skript exportiert und in die neue Struktur überführt. Das IJONIS-Team hat diesen Prozess für Projekte mit über 500 Seiten erfolgreich durchgeführt — ohne manuellen Content-Transfer.

Fazit: Die Website als wachstumsfähige Infrastruktur

Die Wilk-Website ist kein isoliertes Redesign — sie ist ein Beispiel dafür, wie eine moderne Webarchitektur zum Wettbewerbsvorteil wird. Die automatisierte ERP-Synchronisation spart wöchentlich Arbeitsstunden. Die statische Generierung liefert Ladezeiten, die Google belohnt. Und die Trennung von Inhalt und Darstellung stellt sicher, dass die Website in fünf Jahren genauso anpassbar ist wie heute.

Für Unternehmen, die ihre WordPress-Seite als Bremsklotz empfinden, ist die Frage nicht ob, sondern wann der Relaunch kommt. Die Technologie ist reif. Die Kosten amortisieren sich. Und der Unterschied zwischen einer WordPress-Seite von 2019 und einem modernen Webauftritt ist für Kunden sofort spürbar.

Erfahren Sie mehr: Sehen Sie sich das Wilk Projekt im Detail an oder lesen Sie, wie wir KI in bestehende IT-Systeme integrieren. Wenn Sie über einen Relaunch nachdenken, sprechen Sie mit uns — wir analysieren Ihre aktuelle Website und zeigen konkrete Optimierungspotenziale auf.

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