Die Plattform verbindet RD Energys bestehende Planungsmodelle mit dem täglichen Betrieb über vier Schichten — jede mit einer klaren Rolle bei der Umwandlung statischer Pläne in kontinuierlich optimierte Ausführung. Für Organisationen ohne bestehende Optimierungsmodelle baut IJONIS den kompletten Stack End-to-End — von den mathematischen Solvern bis zur KI-Orchestrierungsschicht.
Datenintegrationsschicht
Die Plattform verbindet sich mit RD Energys bestehenden Systemen — TMS, ERP, Depot-Management und Fahrzeugtelematik — über standardisierte APIs in ein einheitliches operatives Datenmodell. Fahrzeugpositionen, Auftragsstatus, Depotbestandsniveaus und Lieferbestätigungen fließen in Echtzeit zusammen. Keine manuellen Exporte, keine Tabellenübergaben. Die Integrationsschicht nimmt auch externe Signale auf: Verkehrsbedingungen, Wettervorhersagen und Kraftstoffpreisindizes.
Demand-Forecasting-Engine
Eine Machine-Learning-Schicht analysiert historische Liefermuster, saisonale Trends, Aktionskalender und externe Variablen (Wetter, Feiertage, Rohstoffpreisverschiebungen), um die Nachfrage auf Einzelstandortebene zu prognostizieren. Für Tankstellen lernt das Modell Verbrauchskurven pro Produktsorte — und sagt voraus, wann ein Standort sich einem Stockout nähert, Tage bevor es passiert. Die Prognosegenauigkeit verbessert sich kontinuierlich, wodurch die ungeplanten Notfallbestellungen reduziert werden, die tägliche Routenpläne an ihrer Quelle stören.
Optimierungs-Engine (Deterministisch)
Im Kern sitzt eine mathematische Optimierungs-Engine, die das Vehicle Routing Problem with Time Windows (VRPTW) löst — eine etablierte Operations-Research-Formulierung. Der Solver verwendet gemischt-ganzzahlige lineare Programmierung (MILP), um Lieferpläne zu berechnen, die die Gesamtflottenkosten unter harten Constraints minimieren: Fahrzeugkapazität, Fahrerarbeitszeiten, Gefahrgut-Routingregeln, Depot-Betriebsfenster und Kunden-Lieferslots. Das ist keine KI — das ist Mathematik. Die Pläne sind nachweisbar optimal innerhalb der definierten Constraints — dieselbe Klasse von Solver, der RD Energy bereits in seinen Netzwerkplanungsmodellen vertraut.
KI-Reoptimierungsschicht (Agentische Orchestrierung)
Hier wird statisch zu dynamisch. Eine agentische KI-Schicht überwacht den Live-Betriebszustand gegen den aktuellen Plan. Wenn die Realität abweicht, erkennt das System die Abweichung, klassifiziert den Schweregrad und entscheidet über die Reaktion:
Die KI-Schicht ersetzt nicht die Optimierungs-Engine — sie triggert sie. Das Sprachmodell interpretiert unstrukturierte Eingaben (eine WhatsApp-Nachricht eines Fahrers über eine Straßensperrung, eine Kunden-E-Mail mit geändertem Lieferfenster) und übersetzt sie in Constraint-Updates, die der Solver verarbeiten kann. Die Optimierungs-Engine löst dann neu. Berechnete Pläne, KI-interpretierte Trigger — die Grenze ist immer klar.